Donnerstag, 27. November 2008

Aloha kakou, ko'u hoaaloha - a hui hou!

Hallo, meine Freunde - auf Wiedersehen!

Jetzt sind wir bereits auf Verabschiedungstour. Das ist doppelt wichtig, weil wir ja unsere Weihnachts- und Jahreswechselgrüße auch los werden müssen. Am meisten wird mir mein bester Freund fehlen. Der merkt auch schon, dass wir am verabschieden sind und ist dementsprechend anhänglich.
Am 28. November 2008 werde ich mich von meinen Kollegen verabschieden und Jutta macht das am 4. Dezember 2008. Es ist nicht selbstverständlich, dass unser Freunde am Arbeitsplatz so ohne weiters unsere Arbeit übernehmen und dadurch ermöglichen, dass wir so lange fort bleiben können. Da wollen wir uns bedanken und auch für Weihnachten und Neujahr alles Gute wünschen. Wir haben schon das Bedürfnis, ein wenig dankbar zu sein, dass wir uns einen derartigen Wunsch erfüllen können. Wenn man darüber nachdenkt sind sehr viel mehr Leute, als man oberflächlich annimmt, davon betroffen.
Auch meinem kleinen Freund und Liebling, mo'opuna kane, ke inoa Jan, merkt man an, dass es ihm schwer fällt, uns so einfach reisen zu lassen. "Flieg' ich auch mit?", war zuletzt seine Frage, als ich ihn darauf vorbereitet habe, dass wir da bald eine Zeit weg sein werden. Ich glaub', dass wir uns von ihm am schwersten verabschieden. Er wird mir fehlen - in Hawai'i.
Ich suche jetzt alle Wörter und Phrasen zusammen, die ich für die Zeit in Hawai'i brauchen kann und das interessiert mich gewaltig. Ach ja, "mele kalikimaka" (gesprochen wie geschrieben!)heißt "Frohe Weihnachten" - hört sich doch schön an, oder?

Samstag, 22. November 2008

Genehmigung erteilt!

Jetzt geht es in die Endrunde auch der Reisevorbereitungen. Heute haben wir über das ESTA-Programm (Vista Waiver Programm) den Antrag um visumfreies Einreisen in die USA gestellt. Genehmigung erteilt - ist die wesentliche Nachricht!
Wir sehen den Schnee mit dem frohen Gefühl, ihn bald nicht mehr zu sehen. Ich bin bereits in den Vorbereitungen für die ersten Tage in Hawai'i, für die ich mir sehr viel vorgenommen habe. Insbesondere möchte ich mich diesmal viel mehr mit Hawai'is Geschichte beschäftigen. Viele Bücher und ein wenig "ka 'olelo hawai'i" (hawai'isch - hawai'ianisch: der Streit hält an) waren die Vorbereitung. Vor allem Huna und seine Bedeutung auf Hawai'i haben es mir angetan. Ich werde ganz sicher nicht hawai'ianisch sprechen, aber es wird mir beim Verstehen in meinen Huna-Studien helfen.
Jutta wird da ein anderes Programm fahren. Sie wird mich bei den Vorbereitungen für den Marathon unterstützen und ansonsten bis nach dem Marathon einmal Honolulu genießen. Vermutlich vor allem Waikiki und da hauptsächlich den Strand. Der Umweg über den Gewerbetreibenden, der die Marathon DVD vertreibt, hat mich auch über meine Startnummer informiert. Aloha Hermann Dittrich # 8053 heißt der Text - und ich bin begeistert.
Das Training geht gut voran, aber je näher der Tag der Abreise kommt, desto mehr wird es Teil des Urlaubes und nicht Hauptsache. Ich laufe den Marathon, das wird schon gut. Beschäftigen tut mich aber die Vorfreude auf Hawai'i. Ich glaub noch immer ich bin ein Hawai'ianer den der Storch versehentlich da abgesetzt hat; schei... Storch!

Donnerstag, 20. November 2008

runners high - leider zu spät!

Das Training zeigt Wirkung: "Ich werde zwar nicht schneller, aber seltsamer!" Heute hab ich trainiert und dann froh gewesen, wieder unter Leuten zu sein. Seit der Verletzung am Sonntag in Ternitz ist nichts mehr wie es war.
Ich lauf weg - aber hallo, was spür ich da, zwickts da nicht hinten in der Wade? Das soll ich jetzt zwei Stunden machen? Max Freedom Long hat sein Unterbewußtsein George genannt, nach dem alten Wort:"Lets George do it!" Ich nenn meines gschwind Oskar und sag' ihm, es soll sich um meine Wade kümmern. Macht es gut, dass Unterbewußtsein - mir geht's besser. Bei Kilometer 5 merke ich meine Verletzung - es zwickt wieder. "Oskar, pass auf, ein neues Problem!" Es geht wieder besser und ich trink einmal, vielleicht hab ich nur Durst und zu wenig getrunken.
Jetzt gehts gut ich hab den 10er hinter mir, Oskar hat alles im Griff und ich lauf Richtung 15er. Ich spür am Außenrist ein Brennen und will schon nach Oskar schreien, da packt mich das schlechte Gewissen: Ich tappel so dahin und der Oskar soll die ganze Arbeit machen? Der 15er ist schon vorbei, der Außenrist brennt und ich weiß nicht mehr ob die Strecke die ich laufe 20 km ist wie ich soll oder 22 wie ich vermute. Oskar muss ran - ich kann es nicht, er schon. Mein Rist brennt und er muss reparieren. Geht mir wieder besser ich bin beim 18er vorbei oder beim 20er und hab Hunger. Die Jutta weiß wieviel Kilometer das sind, die ist das letzte Mal mit dem Rad mitgefahren. (Es waren 22)

Ich schwitz, ich stink, ich hab Hunger, Oskar hat mich locker 5 Mal repariert, mir tut noch immer was weh, ich hab Angst vor einer Verletzung und ich bin noch nicht im Ziel!
Es sind noch ca. 1,5 km und ich denk nach ob ich nicht wo gelesen hab', dass Laufen klüger macht. Auf mich trifft das definitiv nicht zu - ich werde seltsamer.
Am Samstag lauf ich 25 km. Ich freu mich schon drauf und denk an meinen Marathon in Honolulu! Das wird cool. Ach übrigens, vor ca. 15 Minuten war ich mit dem Laufen fertig, meine Zeit hab ich gebracht und geduscht bin ich auch schon. Ich stink auch nicht mehr und finde mich wieder cool!
Irgendwann hat mir wer etwas von Runners high erzählt, ich hab das jetzt. Runners high war heute langsamer als ich - es hat mich erst in der Dusche eingeholt!

Samstag, 15. November 2008

Wieder im Rennen

Bin wieder im Rennen. Ach, Ihr habt ja gar nicht gewußt, dass ich weg war. Die Verletzung vom Sonntag war doch ärger als ich dachte. Heute einen Orthopädenbesuch und € 500,00 später bin ich aber wieder gut drauf. Allerdings ich muss meine Verletzung behandeln, hab mir neue Schuhe zugelegt und muss vermutlich Einlagen tragen - auch beim Marathon.
Zwei Trainings musste ich auslassen und das heutige habe ich halt mit halber Kraft gemacht - aber ich fühl mich wieder super. Bedeutend dabei sind für mich meine Hunaerfahrungen, die ich in dieser Krisensituation - für mich war es das - gemacht habe. Der Marathon ist ja bei meinem Hawai'iurlaub lange nicht das wichtigste, auch wenn es manchmal so aussieht.
Freilich jetzt in Österreich und während der Zeit auf unseren Urlaub zu warten, war das Training natürlich die wesentliche Erfahrung und die konnte man ja auch nicht verdrängen oder vergessen, denn das musste schon sein.
Viel bedeutender für unseren Urlaub ist ja, dass wir uns beide in Hawai'i egal wo, wie zu Hause fühlen und unsere Reise dahin, fast ein Heimkommen darstellt. Auch wenn wir nach wenigen Tagen wieder weg müssen. Das ist schon ein seltsames Gefühl. Von zu Hause nach einem anderen zu Hause, dass einem fast noch mehr liegt, zu fliegen. Der Zauber der Inseln hat uns einfach gepackt. Da gibt es wohl keine Erklärungen. Ist aber auch egal, wir sind einfach glücklich wenn wir da sind und das ist der Punkt.
Ansonsten gilt für heute:"Ich bin wieder im Rennen!"

Sonntag, 9. November 2008

Das Team in der Endrunde - noch 35 Tage




Jetzt ist endgültig die letzte Trainingsphase angebrochen. Jutta und ich bereiten uns intensiv vor. Jeder seine Ziele und auf seine Weise - und doch so gut es geht gemeinsam.
Ich hatte heute einen Testlauf zu absolvieren.

Ist nicht ganz gut gegangen. Zu Ende des Trainings, es sind ja nur mehr dreißig Tage, merke ich die Belastung. Kleine Wehwehchen und die dafür fast überall sind zwar nicht grundsätzlich ein Problem, aber ich muss mich damit herumschlagen. Den Testlauf musste ich nach acht Kilometern abbrechen, da ich eine kleine Verletzung spürte. Sonst ging's gut. Ich bin in meiner Zeit, die restlichen zwei Kilometer wären kein Problem gewesen! Ein Problem, dass ich am Fuß hatte, war heute nicht mehr spürbar und die Verletzung die sich während des Laufes ankündigte wurde nicht akut. So gesehen bin ich zufrieden und alles andere als enttäuscht, obwohl ich abbrechen musste.
Für die Reise nach Hawai'i bin ich auch gut unterwegs. Die Vorbereitungen sind im Plan und kann ich in wenigen Tagen abschließen. So gesehen - alles im Lot! Mein kleiner Wegbegleiter im Training, mein Enkelsohn Jan, den ich leider nicht mitnehmen kann, merkt auch schon, dass es ernst wird. Das scheint ihm Sorge zu bereiten, denn er versucht immer noch zu klären, ob er nicht doch auch mitkommen könnte. Mehr oder weniger robuste Hinweise wie wir die Reise anlegen werden und was er noch alles zu tun gedenke zeigen, dass er sich sorgt, Verantwortung tragen, helfen möchte und dabei sein will. Ich liebe ihn dafür umso mehr - er ist einfach ein Schatz!
Während der nächsten Zeit will ich mit Euch allen, weil es einfacher ist, auf diese Art und Weise Kontakt halten und während des Auslandsaufenthaltes ist es auch so gemütlicher. Sofern Ihr mir keine Geheimnisse anvertrauen wollt, könnt ihr ja meinen Blog kommentieren. Ansonsten bin ich über E-Mail erreichbar.

Sonntag, 26. Oktober 2008

Noch 50 Tage - Training o´kay!


Das Training nimmt Formen an. Gut dass mich Jan auch weiterhin gern begleitet und mich so motiviert. Ich fühle mich gut und freue mich schon auf den Honolulu-Marathon. Ich zähle schon die Tage bis zum Abflug und vor allem zum Marathon. Jetzt geht's in die Schlussphase und einige der Trainings sind ganz schön hart. Da hilft es dann doppelt, wenn man eine gute Motivation hat. Jetzt ist der Augenblick der Macht, heißt ein Grundsatz, der dabei doppelt unterstützt.




Sonntag, 21. September 2008

....noch 84 Tage

Noch 84 Tage bis zum Honolulu-Marathon und ich bin trainingsmäßig auf einem guten Kurs. Ich habe mir vorgenommen, langsam aber sicher in den Tagebuchstil zu wechseln, wie ich ihn auch während meiner Abwesenheit anwenden werde. Ich habe mir vorgenommen, Euch meine Lieben, wie vereinbart auch aus Hawai'i entsprechend zu informieren.
Da ist es sicher besser, wenn ich lieber öfter kleine Beiträge einstelle, als zu lange zu warten und große Dinge zu wälzen. Wenn Ihr anderer Meinung seid, postet oder mailed mir bitte. Aber ich glaube, dass ist ein gangbarer Weg und ich kann Euch so von unserer Reise am laufenden halten, mit Euch Kontakt pflegen und Euch schöne Bilder zum Ansehen senden.
Ich bin voll im Trainingsprogramm und es geht mir entsprechend gut - physisch wie psychisch. Die Reisevorbereitungen sind bedenkt man, dass wir fast 2 Monate weg sein werden, auch okay. Wir werden das cool angehen und so wenig wie möglich mitnehmen. Was wir brauchen werden wir kaufen - gibt's ja!

Sonntag, 7. September 2008

Noch 100 Tage zum Honolulu-Marathon

Man soll die Feste feiern wie sie fallen - fallen keine, so soll man wenigstens feste feiern. Ich hab mich rieseg gefreut, als vor zwei Tagen, 100 Tage vor dem Honolulu-Marathon meine Familie mit mir die neue Lage gefeiert hat. Ganz besonders lieb war der kleine Jan, der mir mit seinem Jan-Drachen das Plakat, dass ich bekommen habe, verschönert hat.
Jetzt sind es nur noch 100 Tage, die ich Zeit habe, mich für mein Ziel ausreichend vorzubereiten. Ich bin schon sehr gespannt, 10 Jahre nach meinem ersten Honolulu-Marathon, neuerlich zu starten. Klar, in der Zeit ist viel geschehen und ich gehe ja auch viel abgeklärter an die Sache heran. Ich bin schließlich 55 Jahre und 10 Jahre älter wie beim letzten Mal. Vernünftiger, älter, abgeklärter, usw. wird man das, oder bleibt man auch mit 55 Jahren mit sich selbst beschäftigt, der Bub im Mann, der im Erwachsenenalter nach außen selten bis niemals sichtbar wird.
Jan hat mir einen Jan-Drachen auf das Bild gemalt und sich sehr gefreut, weil er auch die Ziffern für den 100er ausgeschnitten hat. Er ist ja auch sehr stolz, denn er ist auch mein Coach und begleitet mich häufig am Fahrrad wenn ich laufe. Er nimmt das sehr ernst. Und es ist auch ernst. Wie oft ist er mir Motivation und Freude im Training, wie oft hätte ich nicht trainiert, wenn er nicht wäre, der mich auf die Straße stellt. Er ist 51 Jahre jünger und doch - wir sind beide junge Buben, die wie gebannt unsere Ziele sehen, uns wundern was wir uns da vorgenommen haben, Freude an uns beiden haben - was zählt da der Altersunterschied. Das ist etwas für die, die uns beobachten. Zwischen uns und wohl auch in uns, steckt ein kleiner Bub.

Dienstag, 2. September 2008

... und Großvater bin ich auch!















Außer Wahlhawai'ier in Mitteleuropa und Marathonläufer, bin ich auch Großvater. Ku'u moopuna - heißt "mein geliebtes Enkelkind" auf hawai'ianisch, glaube ich. Wenn sich Eltern von Kindern austauschen, merkt man wie schwierig oft das Erziehen ist. Wenn sich Großeltern austauschen meint man, das wäre ein Genuß.


Der Standort bestimmt den Standpunkt! Es hängt eben alles von dem Punkt ab, von dem wir etwas betrachten. Und während Eltern aus ihren Kindern wohlerzogene kleine Menschen bilden wollen, mit mehr oder weniger Dressuransätzen im Umgang, desto lockerer sehen Großeltern das. Die Sicht macht's. Eltern lieben wohlerzogenen Nachwuchs, der meist noch viele Hoffnungen erfüllen soll - Großeltern lieben glückliche Enkelkinder. Ist es das? Nein, wahrscheinlich nicht. Ich tu mir halt leicht als Großvater, wenn ich sagen kann:"Bei mir darf der Kleine alles!", gleichzeitig weiß ich, dass ich seine Mutter anrufen kann:"Du, Dein Kind ist schmutzig - könntest Du ihn abholen und umziehen?" Einfach Genial - genial einfach!!!
Ich würde mich gern hier in der Comunity austauschen mit Eltern und Großeltern. Einfach weil ich es besser machen möchte, wenn es eine Möglichkeit gibt und natürlich weil ich so irrsinnig stolz bin, auf ku'u moopuna und ona makua (seine Eltern)!
Die Hawai'ianer, die nach der Lehre der Kahunas lebten, hatten für den Umgang mit Kindern eigenes Verhalten. Das wesentliche daran ist sicher, dass es kein allgemein gültiges "Erziehungsverfahren" gibt. "Erziehung" soll auch nicht dem sogenannten antiautoritären Weg folgen, sondern die Kinder durch Vorbild lehren. Es gab ein "Versprechen" zu Ehren des Kindes bei seiner Geburt: "Wir werden dich in Liebe begleiten, wir werden dich wertschätzen und achten, deine Freiheit behüten und uns an deiner Einzigartigkeit erfreuen. Du wirst uns noch mehr über den größten Schöpfer lehren, wir werden in Andacht lauschen. Wir lieben dich und ehren dich - so sei es." (Quelle Suzan H. Wiegel, "Die Botschaft der Kahunas")
Dies ist nicht der Gedanke und das Bemühen der Eltern, sondern des ganzen Clans. Das ist eine derart berührende Botschaft, dass wir sie allen wünschen, die mit unseren Kindern und Kindeskindern umgehen. Es gibt viel zu diskutieren und ich möchte gerne so viele als möglich dazu einladen - gehen wir's an. Ich will damit einmal enden - es soll ja kein Monolog sondern ein Dialog, ja noch besser eine Diskussion werden!

Nur noch 103 ....

In 103 Tagen stehe ich am Start des Honolulu-Marathon. Leider ist beim Training nicht alles so gegangen wie gewünscht. Auch wenn ich einen tollen Coach hatte - ku'u moopuna inoa Ian. Ich freue mich trotzdem schon irrsinnig auf Hawai'i und danke Euch allen für den Zuspruch und die guten Worte.